Wie schnell doch so ein Jahr vergeht

Veröffentlicht in Single und andere Katastrophen mit den Tags , , , , , , , , , , , , am November 25, 2009 von mrsrightsucht

Mein letzter Post ist fast ein Jahr alt – also ist die Zeit reif für eine Fortsetzung von MrsRightsucht.

Der Grund für meine Abwesenheit ist natürlich ein Mann gewesen. Auch wenn dieser Mann ganz weit entfernt von all dem gewesen ist, was ich mag, liebe und brauche, hatte es mich erwischt und sämtliche Zweifel wurden vom Tisch gefegt. Aber wie das so ist mit den Zweifeln – irgendwann holen sie einen doch ein, werden bohrender, nerven, plagen und sorgen letztendlich für Klarsicht und Schlussstriche. So auch in diesem Fall – wir haben schöne 10 Monate gehabt, aber wenn ich ehrlich bin, ein Liebespaar sind wir nicht gewesen – mehr so Freunde. Aber davon haben wir ja bekanntlich alle genug.

Nun bin ich seit 5 Wochen wieder ein Singlemädchen und habe die Wochen doch sehr genossen. Endlich wieder mehr in meiner Wohnung, ich kann wieder mit frischem Gemüse kochen, entspannt auf dem Sofa lümmeln und muss niemanden überreden mit mir und den Hunden spazieren zu gehen. Das Weihnachten vor der Tür steht, stimmt mich nicht melancholisch und Silvester feier ich tradionell ohnehin mit einer Freundin und in diesem Jahr in entspannter Frauenrunde.

Allerdings habe ich bereits seit geraumer Zeit ein Objekt meiner Begierde gefunden. Genauer gesagt, schon seit 8 Monaten habe ich einen heimlichen Schwarm. Er arbeitet – als was auch immer – auf einer Baustelle eine Strasse von mir entfernt und versüsst mir jeden Morgen den Gang zum Becker. Der sieht so was von gut aus, dass ist am frühen Morgen, wenn man selbst noch aussieht wie ein Vollmond mit lächerlichem Hairstyling, kaum auszuhalten.

Wie ein Teenager laufe ich ständig, getarnt durch die Hunde, an der Baustelle vorbei, immer in der Hoffnung, einen Blick auf ihn zu erhaschen. Ich kenne sein Auto, weiss das er auch dem Raum Bad Segeberg kommt, keine Kindersitze im Auto hat (ganz ganz wichtig oder aber die Kids sind schon gross), weiss, dass er nur Körnerbrötchen isst und nicht raucht. Ach ja, und wenn er in privaten Klamotten rumläuft, hat er einen wirklich gutes Style drauf.

Eigentlich ja alles ganz schön, wäre nicht das Ende der Baustelle in Sicht! Nächsten Monat sind die Arbeiten dort beendet und ich werde ihn wohl nie wieder sehen. Und genau da setzt mein Problem an!

Lässt man es als schöne Erinnerung stehen und soll man aktiv werden? Wenn aktiv, dann wie? Einen Zettel mit schwachsinnigem Text und Telefonnummer ans Auto kleben? Oder lieber eine hochoriginelle mit knallrotem Kopf vorgebrachte Anmache beim Bäcker vor versammelter Mannschaft??

In diesen Überlegungen komme ich einfach nicht weiter ;(

Fazit: Habe ich nicht – hast du eines?

 

 

 

 

Rudeltiere

Veröffentlicht in Single und andere Katastrophen mit den Tags , , , , , , , , , , , , , , , , , am Dezember 18, 2008 von mrsrightsucht

Aktuell gibt es nichts von der Datingfront zu berichten und auch meine Onlineaktivitäten halten sich in Grenzen. Im Moment würde ich sagen, ich werde im Netz überwintern – aber dafür ist es warm und gemütlich und absolut stressfrei. Weihnachten steht vor der Tür und da reicht mir der in ein paar Tagen kommende familiäre Stress.

Ich habe festgestellt, ich bin offenbar nie zufrieden! Furchtbare Erkenntniss, wo ich mich doch so um innere Zufriedenheit bemühe.

Als ich noch in Beziehung lebte – ja die Zeiten gab es auch – habe ich mich ab einem gewissen Zeitpunkt in der Beziehung nach meinem Singleleben gesehnt! Ich war genervt, fühlte mich kontrolliert, wenn die Frage kam „Wann bist du wieder zu Hause?“ oder „Wen hast du denn alles getroffen?“. Wenn ich gestresst und kaputt am Abend nach Hause kam und die Wohnung am liebsten für mich alleine gehabt hätte, war er da – ok, er lebte ebenfalls in der Wohnung, aber hätte er nicht auch mal ausgehen können? Manchmal war ich kurz davor, ihm 10 Euro mit den Worten „Mach dir einen schönen Abend!“ zu geben. Kamen meine Freundinnen über das Wochenende aus der ganzen Republik angereist, war kein Mädchenwochenende mehr möglich, denn ER hockte immer dazwischen. Nun sollte man meinen, es ist toll, wenn ER Anteil an meinem Leben nimmt – aber ne, mich hats genervt. Ich wollte meine Freiheit und Unabhängigkeit zurück. Streckenweise mutierte ich zum bockigen Kind und zickte ihn an was das Zeug hält. Verstanden hat er es nie – und fair war es von mir wohl auch nicht. Die Sonntage bei seinen Eltern waren irgendwann der blanke Horror für mich – zu fettes Essen mit Gemüse aus der Dose in einer überheizten Wohnung! Am Ende des Abends sah ich immer aus wie Rotkäppchen. Wer will das schon?

So – nun bin ich Single! Ich habe meine Wohnung für mich, ich bestimme, wer wann reinkommt, räume auf, wann ich es will und mülle mich zu, wie ich es will. Keine störenden Zahnbürsten im Bad, es riecht in der ganzen Wohnung nach weiblichen Düften, bei Duftkerzen muss ich nicht darauf achten, das ER Vanilie nicht leiden kann.  Weiberabende oder Wochenende können spontan ohne männliche Einflüsse stattfinden, steht mir der Sinn nach einer durchzechten Nacht kann ich dies tun, ohne mich an – und abmelden zu müssen. Einmal die Woche kann ich mit einem guten Freund essen gehen, ohne argwöhnisch betrachtet zu werden, kann kochen was ich möchte oder mir auch dem 20 Tag in Folge Gyros vom Griechen meines Vertrauens holen. Zu PMS Zeiten kann ich Nachts in die Küche schleichen und ein ganzes Glas Nutella auffuttern ohne am nächsten Morgen mit einem Vorwurf „Och Mensch, du weisst doch, dass ich nur Nutella frühstücke“ konfrontiert zu werden. Endlich kann ich wieder 1 Stunde unter der heissen Dusche stehen ohne das ständig jemand an die Badtür klopft und irgendwas von „Ich muss mal“ faselt. Und das allergrösste für mich: Ich kann endlich am Morgen mit dicken Augen und einer Tasse Kaffee bewaffnet mit meinem Rechner frühstücken!

Sooo viele Vorteile als Single – wenn da nicht doch irgendwann das Gefühl kommen würde, was mache ich eigentlich mit all meinen Freiheiten und Freiräumen? Immer alleine Essen ist genauso ungesund wie einseitige Ernährung. Hat die Freundin keine Zeit, wenn ich etwas zu feiern habe, hocke ich alleine mit meinem Gesprächsbedarf da. Und überhaupt, findet sich niemand zum ausgehen, hocke ich alleine vor der Glotze. Keiner da, den ich fragen kann, ob mein Kleid gut sitzt – ok, diese Fragen hassen Männer, aber die gehören zum Beziehungswahnsinn dazu. Niemand da, der mir am Morgen, wenn ich aussehe wie ein Vollmond mit lächerlichem Hairstyling und das Sexappeal eines Kartoffelsacks habe, freudestrahlend sagt, wie schön und sexy ich sei. Es ist noch nicht mal jemand da, über den ich mich ärgern kann. Und die Sonntage, wenn alle Welt mit Freund oder Freundin unterwegs ist, um die Alster oder an der Elbe schlendert, sind auch ganz schön ruhig geworden und ich ertappe mich immer häufiger beim Wohnungsputz. Das kann es doch auch nicht sein!

Fazit: Der Mensch ist und bleibt ein Rudeltier mit Paarungsabsichten! Single oder Beziehung – beides hat Vor- und Nachteile! Das Singledasein ist nicht nur auch, sondern einfach nur anders bescheuert!

Katzenbesitzer

Veröffentlicht in Uncategorized mit den Tags , , , , , , , , , , am Dezember 17, 2008 von mrsrightsucht

Nachdem ich mich entweder über das Telefon oder über Email mit den fiesen, gerade rumfliegenden Erkältungsviren infiziert habe, bin ich nun wieder gesund und munter und kann mich um weitere Geschichte aus der Single-Welt kümmern.

Es soll bitte auch niemand auf den Gedanken kommen, ich hätte während der grippalen Zeit die Suche eingestellt. Nein, nein, gerade meine Online-Single-Börse hat viel zur Ablenkung in meiner schlappen Phase beigetragen. In einem Anfall von Wahnsinn – oder Fieber – habe ich mich zu einem Date breitschlagen lassen.  Ich muss gestehen, ich habe mich auch nicht sonderlich gesträubt – der Herr sah auf seinen Bildern aber auch zu lecker aus – und Witz hatte er auch.

Optisch wie ein Schneemann anmutend erschien ich zum Date. Also rund durch Klamotten, nicht das hier falsche Eindrücke entstehen! Wir trafen uns am frühen Abend an einer Draussenlocation. Ich liebe es, die Wetterfestigkeit eines Herren zu testen – ich habe schliesslich einen Hund. Wetterweicheier kommen somit also nicht in Frage.

Tja und da stand er nun – und wenn er sich nicht zu erkennen gegeben hätte, ich hätte ihn nicht erkannt. Der tolle und trendige Haarschnitt auf den Bildern war einem Männer-Weltweit-Einheitshaarschnitt gewichen, die Klamottenstil war nur noch halb so stylisch wie auf den Fotos. Und dann war da noch diese lasche Körperhaltung mit runden nach vorne fallenden Schultern – konnte man auf den Bildern wirklich nicht sehen. Und die Figur war eher so, dass ich dachte, wenn ich den in die Arme nehmen müsste, hätte ich wohl das Gefühl, mich selbst zu umarmen.

Nun gut, alles Äusserlichkeiten, kommen wir zum Wesentlichen – die inneren Werte. Grundsätzlich nicht unnett, wenn er mich denn wenigstens im Gespräch auch mal angeschaut hätte. Der junge Mann hat immer links oder rechts an mir vorbeigeschaut – dass ich mich schon genötigt sah, mich umzudrehen, um zu sehen, was denn tolles hinter mir stattfindet. Da war nur nichts. Hmm vielleicht schielt er? Als Frau versucht man ja Erklärungen zu finden.

Kennt man sich nicht, hat man ja noch eine Menge Gesprächsstoff bzw. kann man noch viele Basics abfragen. Laut Onlineangabe hatte er einen coolen Job. Jobs sind ja nicht sooo unwichtig also fragte ich danach. Raus kam, dass er schon seit geraumer Zeit ein 1 Euro Jobber ist.  Kann man ja heutzutage nicht immer was für, aber als er mir dann so von seinen Jobs und von seiner insgesamten Arbeitseinstellung berichtete, bekam ich das grosse Stirnrunzeln! Wie jetzt? Mit der Einstellung findet er niemals einen Job und so Pappnasen wie ich finanzieren den Spass auch noch. Bevor ich meinem Unmut sehr undamenhaft Luft machen konnte, wechselten wir das Thema.

Und kamen auf sein Haustier zu sprechen: Eine Katze! Katze??!! Ich habe nen Hund! Und wenn ich schon immer gefunden habe, dass Frauen mit Katzen häufig merkwürdig sind, so kann ich nun sagen, Männer mit Katzen sind um einiges merkwürdiger! Er kam aus den Lobeshymnen gar nicht mehr raus, wie entzückend sie sei, wie hübsch sie sei, wie schmusig sie sei -irgendwann dachte ich mir, der spricht doch von einer Frau und nicht von einer Katze! Aber ne – gemeint war tatsächlich das Tier.

In meiner Phantasie konnte ich mir genau vorstellen, wie er mit seiner Katze lebt. Da konkurriert man als Frau mit dem Haustier!

Fazit: Nie wieder einen Mann mit Katze daten! So einer verlangt bestimmt, dass man in gewissen Momenten wie ein Kätzchen faucht oder schnurrt – so zur Stimmulation oder so. Gruselige Vorstellung!!!!

Das Gebiss

Veröffentlicht in Single und andere Katastrophen mit den Tags , , , , , , , , , am November 28, 2008 von mrsrightsucht

Im Laufe der Jahre verändert Frau ihre Ansichten und Ansprüche – so auch ich. War mir mit Anfang 20 wichtig, dass ein Mann unbedingt lange Haare hat, die vorzugsweise mit Pfirsichshampoo von Guhl gewaschen wurden, so ist mir die Haarpracht heute egal. Auch Glatzen sind sexy. Ok – was ich nicht leiden kann, sind ausgehende Haare, die zu kaschieren von Geheimratsecken von links nach rechts gekämmt werden. Oder lange Haare hinten und vorne Hubschrauberlandeplatz. Das ist unsexy.

Genauso wichtig war mir früher, dass der Mann meines Herzens die 190 cm überschritten hat. Ich liebe es einfach raufschauen zu können und mich ganz klein und zart zu fühlen. Zart komme ich mir sonst nämlich nie zu, schon eher ziemlich handfest. Heute kann ich mit viel Gefühl auch einen 178 cm Mann toll finden – allerdings sollte er nicht unbedingt die Figur eines Röntgenblattes haben. Ist einfach nicht so anziehend, wenn man das Gefühl hat, sich selbst im Arm zu haben.

Früher fand ich es auch extrem klasse, wenn mein Herzmann ein total ausgeflippter Typ war. Ein Revoluzzer eben. Man haben die mein Herz erwärmt! An deren Seite sah ich mich Revolutionen anzetteln, sah mich angekettet an Gleisen liegen, Walfängerschiffe kapern und ähnlich beeindruckendes. Und heute? Heute darf er gerne eine Runde spiessiger sein. Ich bins mittlerweile nämlich auch. Wie käme ich dazu, mich an Gleise zu ketten? Da werden nur die Klamotten schmutzig, meine Wimperntusche verschmiert und der Friseurbesuch war umsonst. Protest kann man heutzutage auch mit weniger Körpereinsatz zeigen.

Und es gibt noch viele andere Dinge, die mir heute wichtig sind, die mir damals völlig egal waren. Aber eines hat sich nie verändert! Ich mag auch heute noch gepflegte Zähne! Dabei meine ich nicht kerzengerade Gebisse, die können auch ruhig schief sein, aber sie müssen frei von jahrelang unbehandeltem Karies sein, es sollen sich keine Gebirge von Zahnstein auf ihnen tummeln, keine dunkelbraunen Nikotin- und Kaffeeflecke sollen zu sehen sein.

Ich hatte mein erstes Onlinedate – und auch wenn ich noch schwer gerührt von der Rose war, die er mitbrachte – ja ich bin nämlich echt romantisch – als er den Mund aufmachte , war jeglicher Zauber verflogen! Ich habe keine Ahnung, wie lange man die Dentalhygiene gemieden haben muss, um solche Zahnsteingebirge auf den Beisserchen zu haben! Der schon fast schwarze, faulig aussehende Eckzahn hat wohl seit seinem Wachstum keinen Zahnarzt gesehen. Es war das Grauen pur und ich schwer ernüchtert.

Und wie sollte es anders sein? Der Herr war von mir schwer angetan und bei der Verabschiedung sah es schwer danach aus, dass er mich gerne küssen würde. Ich hatte spontanen Gefrierbrand auf dem Kopf und überlegte, wie ich aus der Situation ohne Würgereiz komme. Wie ein glitschiger Aal wandt ich mich in der Abschiedsumarmung und schlüpfte unter seinem Arm weg. Ich wusste gar nicht, dass ich so gelenkig bin.

Fazit: Nächstes mal lasse ich mir ein Foto von den Zähnen schicken!

Prominente Singlerunde

Veröffentlicht in Single und andere Katastrophen mit den Tags , , , , , , , , , , , , , , , , , am November 27, 2008 von mrsrightsucht

Ich musste ein wenig pausieren beim bloggen. Es soll ja nicht der Eindruck entstehen, ich hätte keine anderen Interessen als die Suche nach Mr. Right. Einseitig interessierte Frauen möchte ja schliesslich auch keiner – habe ich gehört. Wobei – zu viel eigene Interessen soll sie auch nicht haben, da sie ihm dann wieder zu selbstständig ist. Oooh ich bin ganz verwirrt von all diesen Dingen! Ich glaube, ich muss mir ein neues Image zu legen, wobei mir derzeit noch keines einfällt, das mir gefällt.

Vor ein paar Tagen las ich in der Zeitung, die Vroni Ferres ist jetzt auch ein Singlemädchen. Ok – sie ist ein verheiratetes Singlemädchen – denn sie und der Martin haben sich getrennt. Laut Zeitung ist mal wieder ein „Traumpaar“ auseinander gegangen. Und wie immer bei den Damen und Herren Prominenz bleiben auch diese beiden freundschaftlich miteinander verbunden. Wir erinnern uns an die erschütternde Nachricht vor ein paar Wochen „Sarah Connor und Marc Terenzi trennen sich“ – übrigens auch ein „Traumpaar“. Wie sollte es anders sein, auch diese beiden sind laut eigenen Angaben weiterhin „Seelenverwandte, sie werden sich immer lieben und respektieren“. Da lob ich mir schon fast den Boris Becker, der über die Trennung von der zauberhaften Sandy Meyer-Wöhlden sagt „Wir haben den Alltag nicht zusammen geschafft“. Wo die überhaupt einen normalen Alltag hatte, ist mir schleierhaft, aber ich habe ja auch keinen prominenten Alltag. Die waren übrigens DAS „Traumpaar“ in dieser Saison. Wenn die sich alle noch so lieben, respektieren etc.pp. – warum trennen sich dann eigentlich?

Da diese VIPs einen immer so schön an ihrem Liebesleben teilhaben lassen, konnte ich das Phänomen der „Traumpaare“ ausführlich analysieren. Ich bin zu dem Entschluss gekommen, ich möchte gar keinen Traummann, für den ich die Traumfrau bin. Mir ist ein Realmann, für den ich die Realfrau bin deutlich lieber – denn Träume haben leider den Nachteil sich hin und wieder in echte Albträume zu verwandeln. Wer will das schon?

Zum Jahresende scheinen wir mehr Singledamen auf dem freien Markt zu werden. Eigentlich sehr erstaunlich, da doch jetzt genau die Zeit ist, in der man vor lauter Harmonie gerade zu platzt. Sehr seltsam! Daran ist bestimmt die Finanzkrise schuld oder der Mond steht ungünstig oder so ähnlich.

Ich gehe heute zum Friseur – denn das einzig wirklich wichtige ist: Hauptsache das Haar sitzt!

Selbstwertgefühl schwer gemacht

Veröffentlicht in Single und andere Katastrophen mit den Tags , , , am November 24, 2008 von mrsrightsucht

Als Frau habe ich natürlich immer wieder Tage, an denen ich mich selbst nicht leiden kann. Das ist von meiner hormonellen Tagesform abhängig. Es gibt Momente, da denke ich, ich habe über Nacht mindestens 10 Kilo zugelegt, es hat sich innerhalb von wenigen Stunden ein Runzelnetz über mein Gesicht gelegt, meine Ohren habe sich in Windrichtung bewegt ect. pp. Gott sei Dank legen sich diese Gedanken auch wieder innerhalb von ein paar Stunden. Da in unmittelbarer Reichweite auch kein Mann ist, den ich mit Fragen wie „Findest du mich zu dick?“ quälen kann, muss ich eh mit mir alleine klar kommen.

Übrigens – auf die weibliche Frage „Findest du mich zu dick?“ gibt es keine richtige oder falsche Antwort. Denn wir wollen darauf keine Antwort, wir wollen es einfach nur mal so in den Raum stellen. Es ist wie eine Art Selbstgespräch.

Nun stelle ich fest, die Suche nach Mr. Right im Internet kann ganz schön am Selbstwertgefühl kratzen. Immer häufiger renne ich zum Spiegel und betrachte mich kritisch. Sehe ich aus wie ein Pfannkuchen? Geht der Trend zum Zweitkinn? Hat mein Hintern die Ausmaße eines Stadtstaates? Bin ich ein Eye-Downer obwohl ich so gerne ein Eye-Catcher wäre? Zurück vom Spiegel betrachte ich argwöhnisch die eingestellten Fotos – vielleicht doch mit dem Photoshop drüber gehen? Sollte ich mir meine Wunschfigur zaubern? Immerhin geben Männer ja auch ihr gefühltes und nicht das tatsächliche Alter an bzw. werden die Wunschgrößen bei der Fraktion unter 180cm angegeben. Da könnte ich doch auch…..Nein nein nein, Lügen hatten schon immer kurze Beine und kürzer sollten meine nun wirklich nicht werden. Immerhin bin ich ja von der Natur benachteiligt und habe kein 120 cm Beine wie Nadja Auermann bekommen.

Und was löst die Hysterie bei mir aus? Na? Richtig – die männlichen Profile, die ich angeschrieben habe und die nicht antworten. Dank moderner Technik kann ich sehen, wer mein Profil aufgesucht hat und weiss somit ganz genau, wer mir keine Antwort gibt. Und der Grund kann nur sein, ich bin durch die optische Prüfung mit Pauken und Trompeten geflogen. In mir begehrt es auf – hey, was ist mit meinen inneren Werten? Die Realität holt mich ein – die sieht man im Netz nicht. Aber ich habe einen guten Text, fehlerfrei, der Inhalt lässt auf eine gewisse Intelligenz und Eloquenz schliessen, Humor schimmert auch durch. Aber dann fällt mir ein – Männer im Internet lesen ja gar nicht, die schauen nur Bilder.

Um mir selbst in Sachen Selbstwertgefühl den Rest zu geben, schaue ich in der Bildergalerie die Mitbewerberinnen an. Und schnell wird klar, warum ich keine Antworten erhalte. Auf meinen Bildern fehlt das Neglige, mein Busen wippt nicht fröhlich in die Kamera, ich räkel mich nicht lustvoll auf einem Bett mit geschmackloser Satinbettwäsche, ich trage keine pinken Stretchminiröcke mit hohen Lackstiefeln. Sollte ich shoppen gehen und danach meine Digi auf den Selbstauslösermodus stellen, um möglichst billig aussehende Bilder in Neglige und hässlicher Bettwäsche zu machen? Ist das die Lösung für mein Egoproblem? Bin ich dann der fleischgewordene Traum aller Online-Single-Männer?

Bevor ich zu solch drastischen Maßnahmen greife, schaue ich mir lieber noch mal die Herren an, die mich in Sachen Antwortmail ignorieren. Also, den hier habe ich angeschrieben, weil er einen lustigen Text hatte, rein optisch ist er mit seinen 3 1/2 Haaren nach links gekämmt eigentlich nicht so der Burner. Ach der hier – ja der hat mir optisch gut gefallen, wobei ich zugegeben muss, dank Sonnenbrille sieht man gar nicht so viel von ihm. Was war bei dem hier? Genau, cooler Text – sehen konnte ich gar nicht, der hat nämlich gar kein Bild drin. Na und der hier? Sieht nett aus, aber von Adonis oder zumindest George Clooney ist er meilenweit entfernt. Mich dünkt, die Herren sollten einfach mal selbst in den Spiegel schauen – und wenn Mutti sagt, du siehst gut aus – immer daran denken, Mütter sind genetisch vorbelastet, die finden die eigene Brut immer klasse.

Wenn ich ehrlich bin – es sind Fotografien und natürlich sind die bei der Suche im Netz nicht unwichtig. Aber sie bieten nur einen ganz kleinen Ausschnitt, ein im Photoshop getuntes Bild bringt ohnehin gar nichts, es fehlt das, was Menschen eigentlich attraktiv macht – Gestik und Mimik. Das einzige, was ein Foto wirklich vermittelt, ist ein oberflächlicher Eindruck, der dem Gehirn ein paaar Signale gibt – sprich ob es anspricht und nicht. Nicht mehr nicht weniger.

Allerdings bringt mir meine schlaue Erkenntnis wenig, wenn ich sie alleine habe. Um so mehr muss ich dann grinsen, wenn mir die suchenden Onlinemänner mitteilen, wie sie schon auf die Schnauze geflogen sind bei Dates. Ein traumhaftes Foto – höhöhö es war im Photoshop komplett bearbeitet – und vor ihnen stand live das völlige Gegenteil. Ja das passiert, wenn man dem Foto zu viel Wichtigkeit beimisst.

Das heisst jetzt natürlich nicht, dass ich mich auf der Suche nach Mr Right mit jedem schreibenden Foto beschäftige und ihn als potentiellen Kandidaten der inneren Werte wegen in Betracht ziehe. Die inneren müssen eben doch zu den äusseren Werten passen. Allerdings erhebe ich nicht den Anspruch Mr Perfect treffen zu wollen, denn zwischen Mrs Perfect und mir liegen ebenfalls Welten.

Und nun habe ich noch mal in den Spiegel geschaut, ich finde mich ok. Und somit geht der Kelch der hässlichen Bettwäsche und Stretchminiröcke, die mir ohnehin nicht stehen, an mir vorüber.

Fazit: Ein Foto alleine ist wie ein Auto ohne Motor

Der liierte Mann

Veröffentlicht in Single und andere Katastrophen mit den Tags , , , , , , , , , , , , am November 23, 2008 von mrsrightsucht

In den gängigen Frauenzeitschriften wird Singlefrauen geraten, selbst die Initiative zu ergreifen – die Zeiten, in denen der Prinz auf dem weissen Pferd in Gestalt des Postboten oder Klempners an der Tür klingelt ist schliesslich vorbei. Während von der Suche am Arbeitsplatz dringend abgeraten wird, werden die Singlebörsen im Internet wärmstens empfohlen.

Nun stelle ich allerdings fest, die Singlebörsen können auch locker in Pluralbörsen umbenannt werden – verheiratete und liierte Männer in Hülle und Fülle! Da denke ich unter vielen, vielen Gleichgesinnten zu sein und dann das – sehr ernüchternd!

Diese Herren geben ihren liierten Status schamlos an und runden ihr Profil mit der Angabe „Flirt oder Abenteuer gesucht ab“. So weiss Singlefrau wenigstens gleich woran sie ist. In meiner Phantasie sitzt das Abenteuer am Heiligen Abend alleine unter dem Tannenbaum, betrachtet wehmütig sein Foto – und er? Steht aufgerüscht, liebevoll lächelnd mit einem von Douglas verpacktem Päkchen unterm Christbaum und prostet der angetrauten Liebsten mit Champagner zu. Und sie? Hat keine Ahnung, dass er, als er tagsüber behauptete noch etwas besorgen zu müssen,  ein Schäferstündchen mit seinem Abenteuer gehalten hat.

Ach so – zur Ehrenrettung der liierten Fraktion sei gesagt, sie sind zumindest so zartfühlend, dass sie sich nicht mit Fotos in der Öffentlichkeit präsentieren. Wobei ich nicht glaube, dass sie damit ihre Frauen oder Freundinnen schützen möchten, es geht dabei wohl eher um reinen Egoismus.

Was machen diese gebundenen Herrschaften auf diese Plattformen? Interessiert wie ich nun mal bin, frage ich das bei den Herren sehr direkt und gezielt nach. Die Antworten sind fast immer identlisch – die Ehe/Beziehung ist langweilig geworden, es wurde gerade ein Kind geboren und Frau hat keine Lust, man(n) benötigt einen neue Kick. Ehrlich gesagt – bei jeder dieser fadenscheinigen Erklärung überkommt mich ein übler Würgereiz!

Aber, aber – wieder zur Ehrenrettung – sie versichern alle, ihre Frauen natürlich zu lieben, sie nie verlassen zu wollen. Mensch, da kann ich als Singlefrau mit ernsthaften Absichten ja wirklich beruhigt sein – ich weiss schon vorher, ich werde Single bleiben. Wenn das nichts ist.

Habe ich schon erwähnt, dass man in Singleportalen auch Fragebögen ausfüllen muss? Nicht? OK – muss man bzw. kann man, um einem potentiellen Interessenten sein Inneres näher zur bringen. Ein Frage lautet unter anderem „Was halten sie von Treue?“ – und was antwortet die Liiertenfraktion? Natürlich ganz souverän „Treue in einer Beziehung ist wichtig, ansonsten braucht man keine Beziehung“ – ah ja so ist das also. Hmm da frage ich mich doch, warum sie…nein lassen wir das.

Fazit: Wer bitte will denn so einen Mann haben? Wenn schon die eigenen Frauen getrennte Schlafzimmer bevorzugen?

Tiefgang mal anders

Veröffentlicht in Single und andere Katastrophen mit den Tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , am November 21, 2008 von mrsrightsucht

Nachdem ich gestern meinen Marktwert und das zur Verfügung stehende männliche Angebot in der vielgelobten Realität getestet und begutachtet habe stelle ich fest: Die „draußen“ sprechen mich optisch genauso wenig an wie in meiner Onlinecommunity! Im Online kommt Frau allerdings schneller ins Gespräch. Und Frauen lieben bekanntermaßen die Kommunikation. Frauen sind auch selten sprachlos – aber ein Online-Mann schafft es garantiert auch die größte weibliche Plaudertasche zum verstummen zu bringen.

Während ich mir die Mühe gebe, das männliche Profil meiner Wahl aufmerksam nach Informationen zum Menschen dahinter zu durchforsten, um dann ein Mail zu verfassen, die sich inhaltlich auf das Statement bezieht, sind Online-Männer deutlich weniger bemüht. Sie haben offenbar den Spruch „Weniger ist mehr“ verinnerlicht.

Zur Gesprächseröffnung – und wir erinnern uns: Wir sind einsame Herzen auf der Suche nach Mr. oder Mrs Right in einem Internet Singleportal – nutzen sie folgende Sätze:

„hallo, was suchst du genau?“  – hätte er mein Profil gelesen, hätte er es gewusst

„kommt mir tierisch bekannt vor. warst du mal bei mir, winterhude, krohnslamp damals“ – schreibt einer ohne Foto.

„Hi! Du hast ein interessantes Profil, und Du bist sehr sexy!“ – ich könnte schwören, der hat mein Profil nicht gelesen.

„siehst klasse aus u auch toll gebaut“ – das beruhigt mich jetzt wirklich, meine Architektur stimmt

„hallo….ein sehr schönes Foto….wowww“  – ah ha welches genau? Da sind 5 Fotos.

„Hi, was sind denn so deine Hobbys?“  – meine was???!!!!! Lesen, schreiben, basteln?

Ich stelle fest, Mails dieser Art überfordern mich intellektuell. Was antwortet man darauf? Brütend sitze ich über den Mails und versuche ein eloquente, witzige Antwort zu finden – aber ich muss passen, mir fällt nichts ein. Selbstkritisch wie ich bin, frage ich mich, ob ich zu viel erwarte vom Mann an sich. Vielleicht haben sie nur Hemmungen etwas Geistreiches zu schreiben, vielleicht leiden sie unter Onlinestottern und trauen sich nicht, längere Sätze zu schreiben. Ein Mann hat pro Tag weniger Worte zur Verfügung als eine Frau – vielleicht haben sie ihren Wortschatz für den Tag schon verbraucht. Es gibt viele Erklärungen – aber eine Antwort fällt mir trotzdem nicht ein.

Jetzt soll man aber nicht meinen, dass alle suchenden Männer im Online unter Schreib- und Sprachhemmungen leiden. Es gibt welche, die schreiben einem einen glatten Roman – da steht drin, welche Hobbys sie haben, was sie gerne mögen, was sie gar nicht mögen, das sie gleich zur Eigentümerversammlung müssen und gar keine Lust darauf haben, das sie mit Angie Merkel als Kanzlerin zufrieden sind, welches Buch sie gerade lesen, das die EX sie sehr verletzt hat und das der Rotkohl von Mutti der beste der Welt ist. Ähm – ja und was soll ich jetzt noch fragen? So ein bisschen geheimnisvoll sollte Mann schon im Präsentationsmodus sein wie ich finde. Welche Frau will schon ein offenes Buch kennen lernen?

Kommen wir nun zu meinen Lieblingsonlinemännern – diese verlässt bereits in der zweiten Mail der Tiefgang und sie kommen zur Sache. Wobei – eigentlich geht es denen genau darum, also um Tiefgang – nur eben anders als ich mir das vorstelle. Die erste Mail – also die, die darüber entscheidet, ob ich oder Frau überhaupt antwortet – hat die richtige Länge, bezieht sich auf mein Profiltext, die Fotos am Rande, ist humorvoll geschrieben und er beschreibt sich gut genug, um einen Eindruck zu vermitteln bzw. zu hinterlassen. Man sollte meinen, das ist schon die halbe Miete für den Beginn einer wundervollen Freundschaft. Mit voller Begeisterung mache ich mich an die Antwort, gebe sozusagen alles – bin witzig, gehe auf sein Schreiben ein, bringe aber auch mich selbst in Position – und warte gespannt auf seine Antwort.

Die kommt dann auch – und macht mich sprachlos. Als Frau wünsche ich mir natürlich von einem Mann, dass er in der Lage ist, Entscheidungen zu treffen und auch mal die Führung übernimmt. So ein bisschen Oldschool-Style ist ja schon ganz sexy und das Frauen einen Frauenversteher wollen ist eh ein Gerücht. Wir wollen einen Kerl, basta!

Seine Antwortmail ist deutlich kürzer – wenn Frau Glück hat enthält sie noch zwei vollständige Sätze. Die Regel ist aber ein einziger Satz – der allerdings im Thomas Mann Stil.  In diesem Satz wird mir mitgeteilt, dass man mich gerne in die horizontale Lage bringen möchte, um die ganze Nacht akrobatische Übungen durchzuführen, danach trennen wir uns wieder und hatten beide ein nettes Erlebnis.

Ach ja hatten wir? Würde mir der Sinn nach Akrobatik stehen, wäre ich Artistin im chinesischen Staatszirkus. Des Weiteren hat mir „nett“ noch nie gereicht, denn „nett“ ist auch die neue Statue im Park. Und überhaupt, wo ist der Tiefgang hin? Die Eloquenz? Der Witz? Das Interesse an einem kennen lernen in nicht horizontaler Lage? Fragen über Fragen!

Wie es anderen Frauen geht, kann ich natürlich nicht beurteilen. Für meinen Teil kann ich aber sagen, mich hat in einer Bar, einem Restaurant, auf einer Party oder wo man sonst als Singlefrau noch Männer kennen lernt, noch nie einer angesprochen mit „Ficken ey?“ (Ja auch diese Fragen werden genauso im Online gestellt!) oder „Du bist ja ein heißes Gerät, haste Bock?“ etc.pp. Würde mir dieses passieren hätte der betreffende Kerl entweder mein Getränk im Gesicht oder er würde einen Lachanfall provozieren. Je nach Tagesform.

Zu erwähnen ist, es handelt sich bei den Verfassern solche Mails oftmals nicht um Männer mit dem IQ eines Grottenolms, sondern es sind studierte Menschen in teilweise repräsentativen Berufen.

Und richtig erstaunlich ist, dass diese Herren überhaupt nicht verstehen können, warum Frau nun nicht sofort ins Badezimmer eilt, sich duscht, rasiert, cremt,beduftet, sich in die heißeste Unterwäsche im Schrank schmeißt und los fährt. Jaaa, das erwarten sie wirklich und reagieren wie kleine Kinder, die sich im Supermarkt kreischend auf den Boden schmeißen, wenn sie keine Süßigkeiten bekommen, wenn Frau ihnen mitteilt, dass die Damen vom öffentlichen Gewerbe bestimmt gerne ihre Wünsche erfüllen und das man selbst nicht Sexualtherapeutin zur Verfügung steht.

Fazit: Es wundert mich immer weniger, warum Frauen lieber Singles bleiben! Bevor man sich so einen Herren an die Backe nagelt, dann doch lieber Mädchenabende mit allen Sex in the City Folgen auf DVD und ein wenig Kopfkino.

Zitierte Erich Fried Romantik

Veröffentlicht in Single und andere Katastrophen mit den Tags , , , , , , , , , , , , , , , , , am November 20, 2008 von mrsrightsucht

Die Onlinesuche bietet ungeahnte Vorteile. Frau kann sich dort prima die Zeit vertreiben. Wenn die liierten Freunde mal alle wieder keine Zeit haben, das TV Programm außer „Sarah and Marc crazy in love“ (ok war alles gelogen wie wir jetzt wissen) und ähnlichen Blödsinn nichts zu bieten hat, der Weltraumpickel auf der Nase es ohnehin unmöglich macht, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren kann man sich in so einer Community prima die Zeit vertreiben. In melancholischen – ok in selbstmitleidigen – Momenten kann Frau das Gefühl entwickeln, unter Gleichgesinnten zu sein, eben „einsame, unverstandene Herzen“. Ich gebe zu, für solche Gedanken muss es einem richtig schlecht gehen. Ansonsten bietet sich ein eher ganz großes Kino mit prima Unterhaltungswert.

Studiert man die Profile – und damit meine ich nicht die Fotos – fällt schnell auf, Mann bedient sich gerne schlauer Sprüche anderer. Nach dem ich im gefühlten 800sten Profil „Carpe Diem“, in seltenen Fällen – das sind wohl die frivolen Männer – „Carpe Noctem“ gelesen habe, dachte ich, der Mann, der jetzt etwas anderes schreibt – den schreibe ich an und bitte um ein sofortiges Treffen!

Die Profile mit den „anderen“ Statements waren schnell gefunden – denn die bedienen sich der Gedichte von Erich Fried. Meine Phantasie fängt an überzuboarden. Stehen die dann mit einer Rose zwischen den Zähnen vor mir und zitieren? Also soooo übertrieben romantisch bin ich gar nicht, dass ich das zauberhaft finden könnte.  Pipi hätte ich wohl trotzdem in den Augen, ich bin ja nicht gefühllos, aber doch eher vor peinlicher Berührtheit als vor verliebter Rührung.

Gut, weitersuchen! Ah ja hier wird es mal persönlicher und weniger romantisch verklärt. Ich lese Sätze von Unterwerfung, Erniedrigung, Fetisch, Dominanz, devot – und schiele schnell mal nach oben zum Pseudonym – ah ja die Jungs nennen sich „BDSMler“, „DOMsuchtDEV“ oder „SM4U“. Schnell erkenne ich, auch hier wurden Werke anderer genutzt wie z.B. vom guten Sokrates. Andere wiederum geben schon im Text den Ablaufplan einer gemeinsamen Nacht vor. Mir drängt sich irgendwie der Gedanken auf, hier ist bei den Herren die Phantasie durchgegangen – sie haben mal etwas von BDSM gelesen und sind jetzt alle selbsternannte Experten. Seit man rosa Plüschhandschellen kaufen kann, ist das ja ganz gross in Mode.

Mensch, irgendwo müssen hier doch auch Profile sein, in denen ein Mann von sich erzählt. Die können doch sonst auf so gut reden. Ich werde ungeduldig und beginne mich zu langweilen. Vielleicht doch lieber „Crossing Jordan“ im TV schauen?

Zwischendurch flattert mir wieder Post ins Haus. Ein Mann aus der Provinz um Hamburg herum erklärt mir in nicht fehlerfreien Sätzen, dass ich zwar gut aussehe, aber wohl selbstbewusst sei und zudem auch noch Haare auf den Zähnen hätte. Das würden Männer nicht mögen und deswegen würde ich auch keinen finden.

Haare auf den Zähnen??!! Ich war gerade bei der Dentalhygiene – der hat wohl Tomaten auf den Augen! Männer mögen keine selbstbewussten Frauen? Ich gestehe, der Gedanke ist mir auch schon gekommen.

Das Ding mit dem Pseudonym

Veröffentlicht in Single und andere Katastrophen mit den Tags , , , , , , am November 19, 2008 von mrsrightsucht

Da Zufälle bekanntlich immer nur andere treffen, in meinem Supermarkt nur Rentner, Studenten und Paare rumlaufen, habe ich beschlossen, dass Internet auf der Suche nach Mr. Right zu bemühen. Immerhin sollen diese Plattformen die größten Chancen bieten.

Erst einmal die Qual der Wahl – welche der zahlreichen Singlecommunities soll ich auswählen? Ein Blick auf mein Konto sagt, auf jeden Fall eine ohne Gebühren. Möchte Frau kein Geld für die Suche ausgeben, reduziert sich die Angelegenheit schon auf ein Minimum. OK entschieden. Das Pseudonym ist schnell gefunden – ok, vielleicht nicht so verheißungsvoll wie die der Konkurrentinnen ähm nein Mitbewerberinnen – die heißen „Sünde“, „FlotterFeger“ und „Lovely“, aber doch auffällig. Auch hier gilt, Frau muss sich aus der Masse hervorheben.

Was schreibe ich jetzt also in mein Profil? „Liebevolle Enddreissigerin sucht Liebe fürs Leben“? Ne echt geht gar nicht! „Attraktive Sie sucht gutaussehenden IHN für gemeinsame Aktivitäten“? Auch nicht, klingt nach Jogging- und Opernfreund. Hmmm was dann??!! „Glamouröse Grossstadtpflanze sucht Mr. Big für ein Frühstück bei Tiffany“ Oh weiha, das wiederum klingt wie eine Versorgersuche. Weg damit. Gut – ich schreibe jetzt einfach was mir vorschwebt und lasse einfließen, was mir nicht vorschwebt. Dazu ein paar nette Bildchen – das Auge isst schließlich mit – und fertig ist meine Onlinepräsentation.

Jetzt kann die aktive Suche also losgehen. Ich wühle mich durch die Bildergalerie, gebe Ausschlusskriterien an und warte, was sich mir zeigt. Die ersten Profile mit Fotos tauchen auf – und oh Schreck! Gleich das erste Gesicht kommt mir bekannt vor – ich bin sicher, es ist mein Orthopäde. Schnell verlasse ich sein Profil, vor dem könnte ich nie wieder meinen Rücken frei machen, wenn er mich hier entdeckt hat. Aber schön zu wissen, hier gibt es Akademiker.

Weiter im Text äh ne Bild. Ich gestehe, ich klicke auf die Profile, wo ich meine, der Mann könnte gut aussehen. Allerdings hält sich meine Begeisterung schwer in Grenzen. Irgendwie haben hier viele etwas von Busfahrern oder Sparkassenangestellten. Einheitshaarschnitte – zeitlose Klamotten ohne Pepp und Pfiff. Igitt, und der hat sogar einen Schnauzer. Und ich dachte, den tragen heutzutage nur noch Saarländer und Tom Sellek Double.

Langsam tut sich etwas auf meinem Profil und auch die erste Post ist da. Neugierig öffne ich die Mails und schüttele nur verwundert den Kopf. Wie macht der das bloß? In nur 2 Sätzen von mittlerer Länge bereits 27 Fehler?  Ich bin beeindruckt! Nächste Mail – und ich bekomme einen roten Kopf. Da wagt so ein 171cm Zwerg mir seine sexuellen Phantasien ungefragt mitzuteilen. Ja hallo wo sind wir denn hier? Der erste Verheiratete ist auch eingetroffen und quakt mir seine Leidensgeschichte in die Post. Bin ich hier die Seelsorge?

Ich glaube, es ist besser, ich suche mir die Profile aus, die mich ansprechen und schreibe selbst. Frau muss sich ja wirklich nicht für alles hergeben.

Fazit der ersten Stunden auf einer Online-Dating-Plattform: Es ist schön ein Single zu sein!

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