Katzenbesitzer
Nachdem ich mich entweder über das Telefon oder über Email mit den fiesen, gerade rumfliegenden Erkältungsviren infiziert habe, bin ich nun wieder gesund und munter und kann mich um weitere Geschichte aus der Single-Welt kümmern.
Es soll bitte auch niemand auf den Gedanken kommen, ich hätte während der grippalen Zeit die Suche eingestellt. Nein, nein, gerade meine Online-Single-Börse hat viel zur Ablenkung in meiner schlappen Phase beigetragen. In einem Anfall von Wahnsinn – oder Fieber – habe ich mich zu einem Date breitschlagen lassen. Ich muss gestehen, ich habe mich auch nicht sonderlich gesträubt – der Herr sah auf seinen Bildern aber auch zu lecker aus – und Witz hatte er auch.
Optisch wie ein Schneemann anmutend erschien ich zum Date. Also rund durch Klamotten, nicht das hier falsche Eindrücke entstehen! Wir trafen uns am frühen Abend an einer Draussenlocation. Ich liebe es, die Wetterfestigkeit eines Herren zu testen – ich habe schliesslich einen Hund. Wetterweicheier kommen somit also nicht in Frage.
Tja und da stand er nun – und wenn er sich nicht zu erkennen gegeben hätte, ich hätte ihn nicht erkannt. Der tolle und trendige Haarschnitt auf den Bildern war einem Männer-Weltweit-Einheitshaarschnitt gewichen, die Klamottenstil war nur noch halb so stylisch wie auf den Fotos. Und dann war da noch diese lasche Körperhaltung mit runden nach vorne fallenden Schultern – konnte man auf den Bildern wirklich nicht sehen. Und die Figur war eher so, dass ich dachte, wenn ich den in die Arme nehmen müsste, hätte ich wohl das Gefühl, mich selbst zu umarmen.
Nun gut, alles Äusserlichkeiten, kommen wir zum Wesentlichen – die inneren Werte. Grundsätzlich nicht unnett, wenn er mich denn wenigstens im Gespräch auch mal angeschaut hätte. Der junge Mann hat immer links oder rechts an mir vorbeigeschaut – dass ich mich schon genötigt sah, mich umzudrehen, um zu sehen, was denn tolles hinter mir stattfindet. Da war nur nichts. Hmm vielleicht schielt er? Als Frau versucht man ja Erklärungen zu finden.
Kennt man sich nicht, hat man ja noch eine Menge Gesprächsstoff bzw. kann man noch viele Basics abfragen. Laut Onlineangabe hatte er einen coolen Job. Jobs sind ja nicht sooo unwichtig also fragte ich danach. Raus kam, dass er schon seit geraumer Zeit ein 1 Euro Jobber ist. Kann man ja heutzutage nicht immer was für, aber als er mir dann so von seinen Jobs und von seiner insgesamten Arbeitseinstellung berichtete, bekam ich das grosse Stirnrunzeln! Wie jetzt? Mit der Einstellung findet er niemals einen Job und so Pappnasen wie ich finanzieren den Spass auch noch. Bevor ich meinem Unmut sehr undamenhaft Luft machen konnte, wechselten wir das Thema.
Und kamen auf sein Haustier zu sprechen: Eine Katze! Katze??!! Ich habe nen Hund! Und wenn ich schon immer gefunden habe, dass Frauen mit Katzen häufig merkwürdig sind, so kann ich nun sagen, Männer mit Katzen sind um einiges merkwürdiger! Er kam aus den Lobeshymnen gar nicht mehr raus, wie entzückend sie sei, wie hübsch sie sei, wie schmusig sie sei -irgendwann dachte ich mir, der spricht doch von einer Frau und nicht von einer Katze! Aber ne – gemeint war tatsächlich das Tier.
In meiner Phantasie konnte ich mir genau vorstellen, wie er mit seiner Katze lebt. Da konkurriert man als Frau mit dem Haustier!
Fazit: Nie wieder einen Mann mit Katze daten! So einer verlangt bestimmt, dass man in gewissen Momenten wie ein Kätzchen faucht oder schnurrt – so zur Stimmulation oder so. Gruselige Vorstellung!!!!
Dezember 17, 2008 um 11:57
*g* Ja, das kann ich nachvollziehen. Männer, die so von ihrer Katze schwärmen, sind mir sehr suspekt. Und besonders dein Fazit… ist gruselig.
Schön, dass es dir wieder besser geht.
Dezember 17, 2008 um 1:40
Wow – Horrordate! Wie bist Du da wieder rausgekommen….? Knallhart oder „nett“?
Nicht aufgeben!!! Lg, FrauVivaldi
Dezember 17, 2008 um 1:50
Frau W: In deren Jugend muss irgendwas schief gelaufen sein
Frau Vivaldi: Ähm, nett unverbindlich würde ich sagen – und hing stocksteif in seinem Arm als er sich mit Bussi Bussi verabschieden wollte.
Nee ich bleib dran
Dezember 17, 2008 um 2:21
So ists gut – nett, aber unmißverständlich..!
Dezember 17, 2008 um 4:10
„Und die Figur war eher so, dass ich dachte, wenn ich den in die Arme nehmen müsste, hätte ich wohl das Gefühl, mich selbst zu umarmen.“
*gröhl* kenn ich leider auch…so Fotos können schon sehr über die Realität hinweg täuschen.
Und Katzen gehen gar nicht. Ich hasse Katzen. Hatte auch mal so ein Exemplar, da wusst ich nicht wirklich, ob der nicht doch von ner Frau redet ;o) – war auch so ein Kerl mit hängenden Schultern. Die Körperhaltung ist extrem wichtig, hätte ich früher nie gedacht – nur da war ich auch nicht Single.
Bin gespannt auf weitere Geschichten aus dem Single-Dschungel
)
Dezember 21, 2008 um 7:47
Ich hab selbst Katzen- aber Männer mit Katzen find ich auch irgendwie merkwürdig. Bei meiner Online-Suche sah ich letztens einen Katzenbesitzer, der auf seinen Fotos nicht nur mit einer (ziemlich widerstrebenden) Perserkatze posierte, sondern auch noch im Unterhemd. Im Möbelambiente Marke „frühes Woolworth“. Gruselig.
L.